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pray

63, Weiblich

  tragende Säule

Beiträge: 1015

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von pray am 18.03.2018 17:38

Jean S. schrieb: Also alle unrein machenden Gedanken, wie Jesus obiges ja benannte, haben im Reich Gottes nichts verloren. Ich glaube, das sollte man Gottsuchenden klipp und klar machen.

In der Bibel steht zwar, man soll die Kosten überschlagen, bevor man das Haus baut....das stimmt schon.

Aber zäumt man das Pferd dann nicht von hinten auf, wenn man den Gottsuchenden  ERST  klar macht, was sie alles zu lassen haben, wenn sie zu Gott finden? Sie kennen diese wundersame Neuorientierung durch Gottes Geist ja noch gar nicht, die es leicht macht, dass man die "Freiheit" und Lust zum Sündigen verliert.

Vorher können sie sich das vielleicht nicht so vorstellen und kriegen nur Angst, was sie alles (in eigener Anstrengung) "aufgeben" müssten und sehen sich dann vor einer unlösbaren Aufgabe und fangen erst gar nicht an Gott zu suchen.... ???

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 17:32

Offenbarung 3


14 Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt, der "Amen" heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!
16 Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
17 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,
18 rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
19 Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!
20 Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.
21 Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
22 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Laodizea (bedeutet entweder das Volk herrscht  oder das Gericht über das Volk), von Antiochus II. gegründet udn zu Ehren seiner Gemahlin Laodike benannt, war die Hauptstadt Phrygiens. Die Gemeinde war von der Lehre von Paulus geprägt. Wenn wohl auch nicht durch Paulus gegründet worden - eher von Epaphras - verg. Kol 2,1). 
Die Stadt hat keinen eigenen natürlichen Wasserzugang. Noch heute sieht man Ruinen von Wasserleitungen (Äquadukten und Steinröhren), mit denen die Stadt versorgt wurde. Durch den langen Transportweg wurde das Wasser in heißer Jahreszeit, bis es in die Stadt kam, lauwarm (vergl. Vers 16). Die Wasserleitungen zeigen heute Spuren von Verkalkung, die auf mindere Wasserqualität deuten. 
Laodizea war weiterhin bekannt für seine Wollindustrie (von einer speziellen Schafrasse mit schwarzer, weicher Wolle - vergl. Vers 18) und einer medizinischen Schule (Arzneiproduktion: Ohrensalbe, Pulver gegen Augenerkrankungen, das mit Öl vermischt ebenfalls eine Salbe ergab (Vers 18). Ausserdem fungierte die Stadt als Finanzzentrum, was ihren Reichtum mit begründete.

Christus stellt sich hier vor als Ursprung und Anfang aller Schöpfung. Alles materiellen Seins.
Die Gemeinde selbst war von Stolz (auf ihren materiellen Reichtum), Unwissenheit und Selbstzufriedenheit bestimmt. Sie lehnte weder Gottes Wort entschieden ab (kalt) noch zeigte sie einen extremen (Über)Eifer für das Reich Gottes. Sie wähnten sich also dort für "gute" Kirchenchristen, die regelmäßig die Versammlungen wohl besuchten, aber ansonsten Gott einen guten Mann sein ließen, der im Alltag dann nur "unter ferner liefen" fungierte.

Diesen Menschen wird nun geraten, vom Herrn im Feuer geläutertes Gold zu kaufen. Sich um die Gerechtigkeit Gottes, um die Liebe Gottes zu bemühen, die nicht für Geld zu haben ist .
Was zum einen verweist auf:
Jes 55,1 Auf, ihr Durstigen, alle, kommt zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!
Zum anderen darauf hin abzielt, das echter Glaube im Feuer (von Anfechtungen) bewährt und geläutert wie Gold dann erst dort erscheint, wo man seine Hoffnung allein auf Gott und nicht  auf den Reichtum dieser Welt setzt.
Weiße Kleider zu kaufen meint hier die Gerechtigkeit in Christus anzunehmen - die nicht sich an sich selbst erfreut, sondern an dem was Christus für einen getan hat und daraus lebt.
Augen mit Augensalbe zu salben heißt dann sich um geistliches Sehvermögen zu bemühen, durch die Erleuchtung durch den heiligen Geist. In der Aufnahme und dem Sinnen über dem Worte Gottes. Sich hier erfüllen zu lassen mit geistlichen Dingen. Voll Geistes zu werden.

Die Liebe des Herrn zeigt sich nun aber auch darin, das er die Gemeinde überhaupt ermahnt und züchtigt. Wäre sie ihm gleichgültig, würde er sich nicht bemühen um sie.

Wenn wir im Neuen Testament über die letzte Zeit vor Jesu Wiederkunft lesen:

2. Tim. 3,
1 Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden;
2 denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,
3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,
4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott,
5 die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!

Dann sehen wir in dieser zunehmenden Ungerechtigkeit auch die Liebe in vielen Christen erkalten, die dann ein Bild beschreiben, wie es uns hier in der Gemeinde von Laodizaer wiedergespiegelt wird. Immer mit dem Aufruf zur Hinwendung zur Quelle. Zum Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Zu Jesus Christus selbst.

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solana

-, Weiblich

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Beiträge: 4164

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von solana am 18.03.2018 17:02

JeanS schrieb:

Wovon loszukommen meinst Du?

Hallo Hans
Ich meinte, von diesem falschen Denken loszukommen.
Das steckt so tief in uns drin, und ebenso der falsch Freiheitsbegriff  - die Illusion, der Mensch wäre nur dann frei, wenn er niemandem verpflichtet ist, niemandem dienen muss, ausser sich selbst und seinem eigenen Wohl.

Dass die wahre Freiheit für den Menschen nur darin liegen kann, sein Leben in Übereinstimmung mit dem Plan seines Schöpfers zu leben, dass er nur so ein erfülltes, reiches und wirklich freies Leben haben kann, das muss man erst einmal verstehen und sich trauen, ganz auf dieser Grundlage zu leben.
Ohne Kompromisse mit dem Denken "der Welt" und ohne zwischen beiden Lebensanschauungen hin und her zu schwanken, je nachdem ob man sich in christlicher Gemeinschaft befindet und sich gegenseitig bestärkt und ansteckt oder ob man sich bspw am Arbeitsplatz in einem nichtchristlichen Umfeld befindet und da sein Denken und Reden den anderen anpasst und deren Werte "regieren" lässt.

Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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JeanS

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Beiträge: 97

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von JeanS am 18.03.2018 16:54

Hallo lieber Thomas, unter Foris sind natürlich alle ForumsteilnehmerInnen damit angesprochen. Und ich bin dankbar für alle Gedanken betreffend das aus meiner Sicht teils stiefmütterlich behandelten aber enorm wichtigen Thema.

 nennmichdu hat geschrieben:Hallo lieber Hans, ich heiße zwar nicht Foris, aber da Du deinen Beitrag hier für alle öffentlich (zur Diskussion?) stellst, möchte ich inhaltlich darauf eingehen.

Ich sehe es schon auch als Werben für das Evangelium vom Reich Gottes. Man kann ja niemanden zum Glück zwingen nur  schmackhaft machen, durch  Bekanntmachung des positiven Effekts für jedermann, also den Nutzen, so man sich künftig vom Sündigen fernhelt und sich Gott vollkommen hinwendet, er dadurch seinen Widersacher immer mehr und mehr entmachten hätte können, so man dem Evangelium Jesus allseits geglaubt und vertraut und sich bekehrt hätte, also auch die Schriftgelehrten und Pharisäer wohlbemerkt. 

nennmichdu hat geschrieben:Weiterhin schreibst du, das Jesus Christus für das Evangelium "warb". Tat er das wirklich? Müsste es nicht vielmehr heißen, das er zur Umkehr aufrief - MAHNTE - zur Hinwendung zu Gott. Gott zu suchen. Weil die Herrschaft Gottes, die Zeit, wo Gott allein Herrscher sein wird, nahe herbei gekommen ist.

Empfindest Du den Weg mit Jesus Christus zu künftig sündlosem Leben als Joch?  Ich als Befreiung, als Weg zu wahrem Leben.

nennmich du hat geschrieben:Sie werden auch nicht dann unter ein neues Joch gebracht, das von ihnen verlangt, sündlos zu leben.Und von daher ordnete ein Paulus auch nicht an, nun im Geiste zu wandeln. Er zeigte es dann vielmehr auf, wie ein Leben in Christus dann später nur gelingen kann. Ein kleiner aber wichtiger Unterschied.

solana hat doch sehr passend dazu Römer ab 6.16 aufgeführt. Da sprach Paulus solche an, die aufhörten der Sünde Knecht zu sein und nurmehr Gott dienten.  

Was meinst Du damit, dass Paulus nicht angeordnet habe nun im Geiste zu wandeln? Klar hat er empfohlen -oder ermahnt sogar- nurmehr im Geiste zu wandeln, um nicht wieder ins Fleischliche zu verfallen, verstehe ich folgenden Text. Denn fleischlich gesinnt sein, heisst Feindschaft gegen Gott und das ist ja keineswegs das Ziel, sondern das Gegenteil.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Galater 5.16

Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Römer 8.6

Gruss Hans 



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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 16:53

Offenbarung 3


7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand wird öffnen:
8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
9 Siehe, ich gebe Leute aus der Synagoge des Satans, von denen, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich werde sie dahin bringen, dass sie kommen und sich niederwerfen vor deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.
10 Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.
11 Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!
12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.
13 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Philadelphia (bedeutet Bruderliebe), Handels- und Grenzstadt als Ausgangspunkt für die Ausbreitung der griechischen Sprache, Literatur und Wissenschaft mit Öffnung zum unkultivierten Phygien auch als "Tor des Ostens" bekannt. War für den Dionysoskult prägend, so das hier noch erwähnenswert ist, das es die Sitte gab, auch für die anderen Tempel der Stadt, verdienten Bürgern eine Tempelsäule zu widmen, auf der der Name des Geehrten stand (siehe von daher den Hinweis in Vers 12 die Überwinder mit neuen Namen zu einer Säule im Tempel Gottes im neuen Jerusalem zu machen).
Wie auch Sardes wurde Philadelphia 17 n. Chr. durch ein Erdbeben zerstört und mit finanzieller Hilfe des Kaisers Tiberius wieder aufgebaut. Die Bewohner der weiterhin stark erdbebengefährdeten Stadt lebten daher in ständiger Anspannung und zogen teilweise auf das umliegende Land (vergl. in Vers 12: er wird nie mehr hinausgehen)

Christus wird dargestellt mit der Macht zu öffnen und niemand wird schließen und zu schließen und niemand wird öffnen. Was auch eine Parallele findet in den Worten Jesu zu seinen Jüngern (Aposteln). Petrus mit dem Schlüssel....

Mt 18,18 Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.

Die geöffnete Tür, die die jüdische Synagoge und die heidnischen Kulte nicht schließen können, ist die von Gott geschenkte Gelegenheit, Christus allen zu predigen, die hören möchten. Der Schlüssel Davids ist eine Alttestamentliche Anspielung auf die absolute Souveränität Gottes beim Öffnen von Türen und Verschließen von Mündern (vgl. Jesaja 22,22).

Die Gemeinde in Ephesus empfing nun ausschließlich Lob. Bei ihr wurden (gute) Werke (Früchte) gefunden, die in Christus gewirkt waren. Sie war treu, hatte Jesu Namen nicht verleugnet. Erwies darin eine (Gottes)Kraft (das Salz, das Kraft hat zu bewahren/salzen), welches Gelegenheiten bewahrte und schuf, das Menschen vom Evangelium erreicht wurden. Die selbsternannten "Juden", die vorgaben das Gesetz Gottes zu kennen und zu halten - und es nicht hielten - und den Christen dort so bitter widerstanden hatten, sollen von diesen einfachen Gläubigen schon bald beschämt werden, auf das sie gezwungen sein zuzugeben, das die verachteten Christen in Wirklichkeit die auserwählte Herde waren.

Weil die Christen dort in Philadelphia Gottes Wahrheit festgehalten hatten und den Menschen vorlebten, will Gott sie auch bewahren vor all den Anfechtungen und all der Trübsal, an der die Halbherzigen und Lauen und Gottlosen zu Grunde gehen werden.

Die Gemeinde in Philadelphia wird oft als Symbol für die großen evangelistischen Erweckungen des 18. und 19. Jahrhunderts gesehen, der Wiederentdeckung der Wahrheit über die Gemeinde und das Kommen Christi und den weltweiten missionarischen Einsatz. Während die evangelikalen Christen eine echte Wiedererweckung in dieser Zeit erlebten, strengte sich Satan an, die Gemeinde mit Gesetzlichkeit, Ritualen und Rationalismus zu verseuchen.


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JeanS

70, Männlich

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Beiträge: 97

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von JeanS am 18.03.2018 16:27

Hallo solana, ja genau. Du hast offenbar meine Bedenken richtig eingeschätzt

Schon bezüglich "Bekehrung" lehrt man oft nicht im Hinblick auf das Reich Gottes, Abkehr von aller Bosheit, also Umkehr zu gottgefälligem, gerechten Denken und Verhalten um sich umgehend himmelseits als glaubwürdiger Jünger Jesus Christus zu erweisen. Petrus war da ganz konkret als er im Sinne unseres Herrn Jesus verkündete:

Euch zuvörderst hat Gott auferweckt seinen Knecht Jesus und hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeglicher sich bekehre von seiner Bosheit. Apostelgeschichte 3.26

Der Ausdruck VOLLKOMMEN in der Bibel wird oft und aus meiner Sicht fälschlicherweise mit übermässigem, verbissenem Perfektionismus gleichgesetzt.
Ich sehe darin eine klare Entscheidung nurmehr Gutes zu tun, das bislang allfällige Böse Verhalten sollte, nachdem man Vergebung seitens Jesus empfangen hat, keinen Platz mehr in unserem Leben haben. Eine Entscheidung zum Leben als Christ sollte doch gleichsam ein Entscheid zu sein, nurmehr Gott zu dienen. 

solana hat geschrieben:Wir stehen nie frei dazwischen, wir sind keine "Herren", sondern immer "Knechte". Wie "dienen" entweder dem Guten oder dem Bösen, entweder Gott oder der Sünde.

Dienen wir nurmehr Gott so erweisen wir uns als Werkzeuge seiner Liebe, als seine irdischen Mitarbeiter, Mitgestalter Gottes Reiches auf Erden. Darum wohl hat Jesus Christus den Missionsauftrag darauf bezogen, der ganzen Menschheit Jesus Lehren bekannt zu machen und sie dazu zu motivieren, diese ebenfalls sich zu eigen zu machen, darnach immer mehr, bis zur Vollkommenheit zu leben.


Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Lukas 6.40

Den Text von Paulus ab Römer 6.16 hast Du absolut treffend hier platziert: 

20 Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. 21 Was hattet ihr nun damals für Frucht?

Früchte, derer ihr euch jetzt schämt; denn ihr Ende ist der Tod.

22 Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet;

20 ist doch vor der Bekehrung, also noch mal hier mal dort, mal dem Guten, mal dem Bösen gedient.  Bevor man bereut und umkehrt, muss man ja auch wissen, was Sünde war, und darüber wurden sie ja dann aufgeklärt.

Sich schämen für etwas, heisst für mich, einzusehen, dass man falsch gehandelt hat und dies bereut. 

22. Die Angesprochenen haben Vergebung erfahren und mit Sündigen aufgehört und sind nurmehr Gott dienstbar geworden. Hält dies an, dann steht der Heiligung, der geistlichen Neugeburt im Sinne der Bibel nichts mehr im Wege. Dann ist man effektiv und nachvollziehbar der Sünde abgestorben, mit dem Heiligen Geist versiegelt und somit eins mit dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist, wie Jesus es sich im Gebet zum Vater, Johannes Kapitel 17 klar wünscht, erhofft.

solana hat geschrieben.:Deshalb können wir nur frei sein im Dienste dieses grösseren Herrn, der uns ein Leben ermöglicht, das in Freiheit und ewiges Leben führt. Diese Illusion, der Mensch könne eine neutrale, freie Position einnehmen, zwischen allen Stühlen und nur für sich selbst, eigenverantwortlich entscheiden, frei abwägen und das "Richtige" tun (das, was seiner "Selbstverwirklichung" am meisten nützt) - diese Illusion ist eine Frucht des modernen Denkens ohne Gott. Aber es ist und bleibt eben eine Illusion .... und manche merken das viel zu spät; auch Christen tun sich oft schwer damit, davon los zu kommen.

Wovon loszukommen meinst Du? Wer sich an Jesus Christus Lehren hält führt doch ein Leben in Freiheit und ewigem Leben und inniger Gottverbundenheit, wie es unser Meister verheissen hat. In IHM bleiben bedingt,  wie ja Johannes auch erkannte und lehrte, dass man sich endgültig für das Gute tun und das Böse lassen entschieden hat. Ein Leben ohne Gott wäre für mich unvorstellbar, früher war ein Leben nurmehr nach Gottes Willen unvorstellbar, Jesus Christus hat mich überzeugt, dass er Worte des Ewigen Lebens verbreitete, Worte, welche er nicht von sich aus sprach sondern Gott aus ihm. Der Vater im Himmel war in Jesus und wirkte aus ihm und wollte mit Jesus ein Reich des Friedens und der Liebe aufbauen. Wo sind die Bauleute unter der Christenheit?

Gruss Hans





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nobse

99, Männlich

  Motiviert

Beiträge: 174

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von nobse am 18.03.2018 16:24

Hallo lieber Hans,

ich finde übrigens deine Anrede "liebe Foris" nicht ehrenrührig, sondern als lieb gemeinten Gruß an alle Leser und Schreiber hier. Das nur mal am Rande.

Hans: Also alle unrein machenden Gedanken, wie Jesus obiges ja benannte, haben im Reich Gottes nichts verloren. Ich glaube, das sollte man Gottsuchenden klipp und klar machen.

Genauso ist es. Wer unreine Gedanken in sich bewegt, ist Christus noch nicht sehr nahe. Obwohl Christus auch für ihn gestorben ist.

Aber wenn man geistige Verbundenheit mit Jesus Christus anstrebt, dann muss man seine Gedanken auf IHN ausrichten. Am einfachsten geht das so, dass man seinen Namen so oft wie möglich anruft. Das ist dann so ähnlich wie mit einem Wasserglas, in dem dreckiges Wasser steht. Füllt man langsam reines Wasser nach, wird das unreine Wasser langsam verdrängt (es fliesst heraus). Bis dann irgendwann kein unreines Wasser mehr im Glas drin ist.

Darüber muss sich in der Tat jeder Gläubige klar werden. Es hängt dann schon sehr viel von seinem Willen und seiner Ausdauer ab, ob und wie er seine Gedanken im Zaume hält.

Wenn wir auch Knechte der Sünde sind, so haben wir doch einen Rest von Freiheit, unsere Gedanken selbst zu wählen. Gott schenkt uns dazu auch immer wieder Gelegenheiten, dies zu tun. Ich kann es nicht so wie Solana sehen, dass wir nicht frei wären in unserem Denken. Für mich ist es keine Illusion, dass wir eigenverantwortlich unsere Gedanken wählen.

Herzlichen Gruß,
Nobse

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von nennmichdu am 18.03.2018 16:14

Hallo,


ich möchte auch nocheinmal  auf das Thema "Menschen zum Glauben einladen" eingehen. 

Es wird immer wieder in Gemeinden und Gottesdiensten dafür gebetet, das doch (möglichst) viele Menschen zum Glauben finden. Dieses Gebet findet wir in der Bibel aber an keiner Stelle. Hier fordert uns Jesus lediglich noch dazu auf, um Arbeiter der Ernte zu bitten. Die in den Weinberg des Herrn gehen um dort die Menschen zu "pflücken" -  zu erreichen - die Gott vorbereitet hat. Die er zum ewigen Leben bestimmt hat:

Apostelgeschichte 2

47 lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr  aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten.

Auch bei Jesus sehen wir, das er ganz konkret einzelne Menschen herausruft, ihm zu folgen. Das er Menschen dann mit der Wahrheit konfrontiert - wie den reichen Jüngling - aber nun halt nicht wirbt oder bettelt oder darum ringt ... mit vielen Worten - auf das dieser Mensch dann auch den Schritt - zum ewigen Leben - tut.


Solana schreibt, das wir nie auf neutralen Boden stehen. Entweder Knechte (Kinder) Gottes sind, oder Knechte (Kinder) des Teufels. 
Was im Falle des Herausrufens von Menschen dann aber nicht ganz stimmt. Denn hier stellt Gott den Sünder - das Kind des Teufels - in sein Licht und öffnet ihm nun das Ohr für Gottes Reden, auf das nun der Mensch die Möglichkeit bekommt, sich überhaupt für Gott erst entscheiden zu können.
Denn von Natur aus sind wir in unserem alten Adam, als Knecht und Kind des Teufels, taub für das Reden Gottes (1. Korinther 2,14). 

Er hat dann, mit geöffnetem Ohr, die Möglichkeit sich dem Reden Gottes zu widersetzen. Oder diesem zu folgen. Hier liegt die Verantwortung des Menschens -- Off. 3,20 wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet,.. . Gott in sein Leben hineinzulassen. Den Schritt auf Gott zu zu gehen und dann zu sehen, wie Gott ihm entgegen kommt. Ihn aufnimmt.

Was dann aber nicht heißt, das es am Menschen allein liegt, ob er nun errettet wird oder nicht. Gott macht hier den Anfang - mit den Menschen, die gerettet werden sollen (Apg. 2,47). Und die Menschen, die gerettet werden sollen, die werden auch Ja zu ihm sagen. Die lässt Gott nicht los, in seinem Ziehen und Werben und bietet hier notfalls all seine Engel auf, um die Menschen, die er erretten will, auch an den Punkt zu führen, wo sie dann Ja zu Gott sagen können.

Die anderen Menschen werden auch mit der Möglichkeit konfrontiert, Ja zu sagen zu Gott. Ihm Dank entgegen zu bringen. Nur das die Menschen, die nicht im Buch des Lebens vor Grundlegung der Welt schon geschrieben stehen, sich dann gegen Gott entscheiden werden. Dem Werben und Ziehen Gottes nicht nachkommen wollen. So dass ihr Verloren gehen dann auch in ihrer Ablehnung Gottes gegenüber begründet bleibt und sie nicht sagen können, ja Gott hat mich ja auch nicht erwählt, sein Kind zu sein - was hatte ich für eine Chance?

Ich denke das keiner hier mehr oder weniger Chancen hat, als der andere, Ja oder Nein zu Gott zu sagen. Nur das Gott in seiner unendlichen Weisheit und Geduld bei manchen Menschen dann zum Ziel kommt. Und bei anderen - die nicht im Buch des Lebens stehen - dann halt nicht.

Gruss
Thomas

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solana

-, Weiblich

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Beiträge: 4164

Re: Dem Evangelium Jesu dienstbar sein verbindet mit IHM

von solana am 18.03.2018 13:56

Hallo Hans
Meinst du, dass bei eEvangelisationsveranstaltungen die Betonung zu einseitig auf "Bekehrung" liegt?
Und zu wenig darüber gesprochen wird, wie es dann weiter geht, wie das neue Leben in Christus dann aussehen soll?

Vielleicht wird zu wenig klar gemacht, dass die Entscheidung, die wir treffen, eine ganz grundlegende ist.
Und dass wir Menschen nicht frei und souverän zwischen gut und böse stehen in einer neutralen Position und dann selbstverantwortlich und frei jeweils wählen können, was wir tun.

Paulus wird in dem Punkt ganz deutlich: Eine solche neutrale, souveräne Position gibt es nicht.
Wir stehen nie frei dazwischen, wir sind keine "Herren", sondern immer "Knechte". 
Wie "dienen" entweder dem Guten oder dem Bösen, entweder Gott oder der Sünde.

Röm 6, 16 Wisst ihr nicht? Wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und dem gehorcht ihr – entweder als Knechte der Sünde zum Tode oder als Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit. 17 Gott sei aber gedankt: Ihr seid Knechte der Sünde gewesen, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, an die ihr übergeben wurdet. 18 Denn indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit. 19 Ich muss menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, dass sie heilig werden. 20 Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. 21 Was hattet ihr nun damals für Frucht? Früchte, derer ihr euch jetzt schämt; denn ihr Ende ist der Tod. 22 Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. 23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Wer Sünde tut, gerät in ihre Knechtschaft, wird ihr "dienstbar" und erntet unweigerlich den "Sold" seiner Taten, den Tod.
Und aus dieser Skaverei kann er sich aus eigener Kraft nicht befreien; er kann nur "losgekauft" werden durch einen "Herrn", der stärker ist als Sünde und Tod und der ihn "loskauft". 
Als "Losgekaufte" stehen wir aber nun in seinem Dienst - denn nur er ist der Garant für unsere Freiheit und unser Leben. Ohne ihn würden wir aus eigener Kraft der Sünde nicht widerstehen können, würden sofort wieder ihn ihre Skolaverei verfallen.

Deshalb können wir nur frei sein im Dienste dieses grösseren Herrn, der uns ein Leben ermöglicht, das in Freiheit und ewiges Leben führt.

Diese Illusion, der Mensch könne eine neutrale, freie Position einnehmen, zwischen allen Stühlen und nur für sich selbst, eigenverantwortlich entscheiden, frei abwägen und das "Richtige" tun (das, was seiner "Selbstverwirklichung" am meisten nützt) - diese Illusion ist eine Frucht des modernen Denkens ohne Gott.
Aber es ist und bleibt eben eine Illusion .... und manche merken das viel zu spät; auch Christen tun sich oft schwer damit, davon los zu kommen.

Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Auslegung/Austausch zur Offenbarung des Johannes

von nennmichdu am 18.03.2018 13:24

Um meine im letzten Beitrag etwas missverständlich ausgedrückten Worte bezüglich der Auslöschung aus dem Buch des Lebens nocheinmal aufzugreifen.

Wenn David in Psalm 69 über seine Feinde spricht, die ihn hassen (Vers 5) und über ihn spotten (Vers 13) und dann schreibt:


28 Füge Schuld zu ihrer Schuld, und lass sie nicht hineinkommen in deine Gerechtigkeit!
29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!

Dann kann es sich nur um das Volk, um die Menschen handeln, die aufgrund ihrer Abstammungslinie als Kinder, als Ur-Ur-..-Enkel Abrahams eigentlich zum Volk Gottes, zu den Kindern Gottes zählten, aber dann halt nicht zu den verheißenen Kindern entsprechend Isaaks Linie - zu denen auch wir Christen zählen, die aus den Heiden (den Nicht Juden)  zu Gott gefunden haben. Im weiteren Sinne also um "Namenschristen", die zwar vielleicht noch die Verheißung auf ewiges Leben (Buch des Lebens) hätten, aber sich hier durch ihr Handeln (hassen...spotten) als nicht würdig erweisen und damit aber auch letztendlich nie zu denen gehört haben, die im Buch des Lebens wiedergefunden werden - im jüngsten Gericht. Von daher ausgelöscht werden --- UND ...gar nicht erst eingeschrieben werden...

Nicht eingeschrieben werden.... greift jetzt zurück auf die Zeit vor Grundlegung der Welt --- wo Gott ja auch schon wußte, in seiner Allwissenheit, wer einmal bei ihm im Himmel sein wird. Und auch wenn er nicht  aus seiner Allwissenheit hier Menschen hineingeschrieben hat, sondern deswegen, weil er sich bestimmte Menschen erwählt hat, etwas aus ihnen zu machen - und er macht aus uns etwas, nicht wir selbst... --- kann David hier Gott bitten, doch  diese Menschen gar nicht erst ins Buch des Lebens reinzunehmen  - im Wissen darum, das Gott über der Zeit steht und im Augenblick des Gebetes auch vor Grundlegung der Welt genauso präsent ist, wie in Gegenwart und wie am Ende aller Weltzeit.

Denn es wird kein Mensch erst später noch neu eingeschrieben ins Buch des Lebens. Das existiert unverändert bis zum jüngsten Gericht seit - bzw. vor Grundlegung der Welt - vor Erschaffung dieses Universums. Und alle anderen Menschen werden in den anderen Büchern gefunden werden, die aufgetan werden im jüngsten Gericht und von den Taten eines jeden Menschen - die nicht im Buch des Lebens stehen - berichten.

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