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Merciful

55, Männlich

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Re: Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 08.10.2026 10:58

Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er davon und kam in seine Vaterstadt
und lehrte sie in ihrer Synagoge, sodass sie sich entsetzten und sprachen:
Woher hat dieser solche Weisheit und solche Machttaten?
 
Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?
Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher hat er denn dies alles? Und sie ärgerten sich an ihm.
 
Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause.
Und er tat dort nicht viele Machttaten um ihres Unglaubens willen.
 
(Evangelium nach Matthäus 13,53-58; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
          Wegen ihres Unglaubens tat er dort in Nazareth nicht viele Machttaten.
 
In heutiger Zeit würde ich einem Menschen, der nicht geheilt wird, nicht zu verstehen geben, er habe keinen Glauben.
 
Eine solche Unterstellung wäre problematisch:
 
1. Es lässt sich nicht sicher beweisen, dass Glaube oder Unglaube über den Verlauf einer Krankheit entscheiden.
 
2. Der Glaube lässt sich nicht messen, ein vermeintlicher Unglaube kann nicht sicher festgestellt werden.
 
3. Der unterstellte Unglaube würde im Sinne einer persönlichen Schuld interpretiert werden.
 
Der Mensch hätte dann durch seinen Unglauben eine ansonsten mögliche Heilung verhindert.
 
Aber umgekehrt erwartet doch der Glaube Heil und Rettung gerade nicht von sich selbst.
 
Der Heilung suchende Mensch unterstellt sich dem Christus: Wenn du willst, so kannst du mich reinigen.
 
Wenn also der Mensch sich nicht selbst zu heilen vermag, wie sollte er dann seine Heilung verhindern können?
 
          Etwas anderes ist es meines Erachtens, wenn der Unglaube nicht so sehr als persönliche Schuld angesehen wird.
 
Den Menschen in Nazareth fiel es schwer, auf den zu vertrauen, der über Jahre hinweg als Zimmermann bekannt war.
 
Die Menschen waren irgendwie gefangen in ihren Gedanken.
 
Wie sollte jener Zimmermann nun der Messias sein?
 
Wir heutigen Menschen sind seit vielleicht 300 oder 400 Jahren durch Aufklärung, Rationalismus, Materialismus geprägt.
 
Wir halten es heute mit der Urknalltheorie, der Evolutionsbiologie, der Psychoanalyse, mit künstlicher Intelligenz.
 
Wir können vieles erklären, begründen, können Ursachen und Wirkungen benennen.
 
Wohlgemerkt, ich bin nicht gegen wissenschaftlichen Fortschritt oder technologische Innovation.
 
Der Mensch sollte seine Möglichkeiten, etwa auf dem Gebiet der Medizin, innerhalb ethischer Grenzen nutzen.
 
Aber ist es nicht so, dass der Mensch der Neuzeit Gott aus seinem Weltbild mehr und mehr hinausgedrängt hat?
 
Heutige Gesellschaften haben sich weitgehend von Glaube, Bibel und Kirche distanziert und emanzipiert.
 
Dies mag freilich von Land zu Land, von Nation zu Nation unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
 
Aber tendenziell wachsen heutige Menschen in diese Prägung hinein.
 
Wo bleibt da jener einfache und kindliche Glaube, der von Gott, dem Schöpfer, Heil und Leben erwartet?
 
Daher meine Frage, ob nicht eine Art kollektiver Unglaube (der Moderne, der Neuzeit) das Denken und Leben heute kennzeichnet.
 
Und die heutigen Denkvoraussetzungen unsere Erwartungshaltung in ähnlicher Weise blockieren wie es damals in Nazareth geschah.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.10.2026 19:01.

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Re: Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 07.10.2026 08:59

Burgen schrieb: ... es geht um die Gewissheit des Glaubens, dass wir im Himmel mit Christus Jesus sitzen ...

Hier in diesem Thread geht es mir aber um das Thema Heilung.
 
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:
Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf
und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
 
(Evangelium nach Matthäus 11,4-6; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
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Re: Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 06.10.2026 20:01

Danke dir, nusskeks, für deinen Beitrag.
 
Ich denke gerade an einen Vers im Evangelium nach Markus.
 
Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte.
Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
 
(Evangelium nach Markus 9,22-24; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Wenn du aber etwas kannst - sehen wir den Unterschied zu jenem Glauben, den ich im ersten Beitrag zitierte?
 
Jener Mensch sagte: Wenn du willst, so kannst du!
 
Hier aber: Wenn du etwas kannst, so erbarme dich! Und dann: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
 
Diese Mischung aus Glauben und Unglauben meine ich auch in meiner Seele festzustellen.
 
Prinzipiell glaube und fühle ich, dass Gott auch heute wirkmächtig zu heilen vermag.
 
Wenn es aber konkret wird, glaube ich es doch nicht so recht, richte mein Augenmerk dann eher auf menschliche Möglichkeiten.
 
Freilich, der Mensch hat auf dem Gebiet der Medizin große Fortschritte erzielt und diese Fortschritte haben manchen Segen gebracht.
 
Mein Verstand sagt mir, dass das eigene Verhalten und Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus eine bedeutende Rolle spielen.
 
Und doch meine ich zu sehen, dass Aufklärung und Rationalismus ihre Spuren hinterlassen haben in der Prägung menschlichen Denkens.
 
Könnte es nicht sein, dass wir es schlicht verlernt haben, einfach und kindlich und vertrauend auf Gottes Kraft zu hoffen?
 
Könnte es nicht sein, dass unser Unglaube ("Hilf meinem Unglauben!") Gottes Wirken in heutiger Zeit blockiert?
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.10.2026 20:05.

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Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 05.10.2026 12:47

Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz.
Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach:
Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.
 
Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach:
Ich will's tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
 
(Evangelium nach Lukas 5,12-13; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Dass Jesus zu heilen vermag, stand für diesen Menschen außer Frage.
 
Er macht aber aus seinem Anliegen keine Forderung.
 
Er verfügt nicht eigenmächtig über jene Kraft Jesu.
 
Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.
 
Jesus wollte, rührte ihn an und sprach.
 
Die demütige und gläubige Bitte findet Gehör.
 
Sowohl das Anrühren als auch die Ansprache scheinen hier von Bedeutung zu sein.
 
Das Wort Jesu wirkt unmittelbar, sogleich wich der Aussatz von jenem Menschen.
 
Ich habe mich gefragt: Wie lesen wohl Menschen heute einen solchen Bericht?
 
Ich stelle mir unterschiedliche Gruppen von Menschen vor.
 
Eine Gruppe von Menschen glaubt nicht, dass solches damals geschah.
 
Eine andere glaubt, dass solches damals geschah, jedoch heute nicht mehr geschieht.
 
Wieder eine andere glaubt, dass es damals geschah und auch heute so geschehen könnte.
 
Vielleicht gibt es auch eine Gruppe, die solche Heilungen heute erlebt hat und davon Zeugnis ablegt.
 
Was aber glauben wir?
 
Merciful

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Re: Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 30.09.2026 19:48

Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen.
Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist.
Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden.
 
Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt.
Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist.
Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch,
und ihr habt den Bösen überwunden.
 
(1. Johannesbrief 2,12-14; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Die Gemeinde Jesu - eine große Familie.
 
Da gibt es Väter und Kinder, junge Frauen und junge Männer.
 
Mehrere Generationen bilden einen Organismus.
 
Die jüngeren Geschwister partizipieren an der Erfahrung der älteren Geschwister.
 
Die jüngeren wachsen in die Verantwortung hinein und tätigen mancherlei Dienste.
 
Aber alles hängt daran, mit dem Anfang eins zu bleiben.
 
In der Erkenntnis des allmächtigen Vaters das Wort Gottes bewahren und den Bösen überwinden.
 
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Re: Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 29.09.2026 17:30

Jesus hatte ja auch gesagt, dass diejenigen, die Gottes Willen tun, für ihn Mutter und Geschwister seien.
 
Durch den Glauben wurden also die leiblichen Brüder Jesu auch in diesem Sinne zu seinen Brüdern.
 
Und Johannes wurde dadurch, dass Maria ihm zur Mutter wurde, in die Familie Jesu einverleibt.
 
So stelle ich es mir zumindest gerade vor.
 
Merciful

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Re: Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 25.09.2026 20:05

Danke, Sterntaler, für deinen Hinweis.
 
In der Apostelgeschichte wird Maria, die Mutter Jesu, an einer Stelle genannt:
 
Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der Ölberg heißt und nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt.
 
Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten:
 
Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus,
Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus.
 
Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
 
(Apostelgeschichte 1,12-14; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Auch die Brüder Jesu sehen wir hier bereits in der Gemeinschaft der Jünger Jesu.
 
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Re: Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 17.09.2026 15:30

Burgen schrieb: Nachtrag: Hoffentlich bist du nicht verärgert?

Hallo, Burgen,
 
nein, ich bin nicht verärgert.
 
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Re: Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 16.09.2026 12:06

Hallo, Burgen,
 
stimmt, Jesus hat die Verantwortung für die Mutter auch nicht in die Hände seiner Brüder gelegt.
 
Jakobus etwa, der Bruder Jesu, eine Säule der Gemeinde zu Jerusalem, hätte die Mutter zu sich nehmen können.
 
Aber Jesus vertraute die Mutter seinem Lieblingsjünger Johannes an.
 
Dieser hatte also eine zweifache Aufgabe.
 
Einerseits war er als Apostel damit betraut, das Evangelium zu verkündigen.
 
Andererseits übernahm er die Versorgung der Maria.
 
Ich weiß nicht, ob Maria noch weitgehend selbständig war.
 
Vielleicht war sie (zunächst) keiner umfangreichen Unterstützung bedürftig.
 
Menschen in heutiger Zeit werden nicht selten sehr alt und pflegebedürftig.
 
Dann kann deren Pflege für die Angehörigen zu einer erheblichen Belastung werden.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.09.2026 12:07.

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Siehe, deine Mutter!

von Merciful am 15.09.2026 12:09

Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte,
spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!
Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter!
Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
 
(Evangelium nach Johannes 19,26-27; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Johannes war der Jünger, den Jesus lieb hatte.
 
Zu Tisch lag er an der Brust Jesu.
 
Diesem Jünger überträgt er die Sorge für seine Mutter.
 
Mehr noch: Der Jünger wird zum Sohn der Frau und die Frau zur Mutter des Jüngers.
 
Denn Jesus ging zurück in seine himmlische Heimat.
 
Es waren unter den Menschen, die Jesus nachfolgten, auch etliche Jüngerinnen.
 
Aber nicht ihnen vertraut er seine Mutter an.
 
An seine Stelle kann nur der Jünger treten, den er lieb gehabt hatte.
 
Dieser übernimmt die Verantwortung für Maria und nimmt diese zu sich.
 
In der Apostelgeschichte lesen wir:
 
In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben.
 
(Apostelgeschichte 6,1-4; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Die Versorgung der (griechischen) Witwen kann nicht von den Aposteln geleistet werden.
 
Dieser Dienst wird sieben Männern inmitten der Schar der Jünger übertragen, die voll Geistes und Weisheit sind.
 
Die Apostel aber bleiben beim Gebet und beim Dienst des Wortes.
 
Merciful

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