Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
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Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Katechon am 18.08.2026 15:38Ich habe, wie alle in meiner Familie, eine multilinguale (polylinguale?) Sozialisation erfahren. Am elterlichen Tisch saßen immer auch Gäste die nicht deutschprachig waren und es wurden beim Essen immer Tischgespräche geführt. Ein Stillschweigen gab es bei Tisch prinzipiell nicht. Von trivial über spirituell bis intellektuell … wie beim Turmbau zu Babel.
Aber eines war immer selbstverständlich … und hier schlage ich wieder den Bogen zum ursprünglichen Thema des »Fadens« hier … es wurde erwartet, dass ein hohes zivilisatorisches Niveau im Sprachgebrauch gewahrt wurde … heute auch an ›meinem Tisch‹ (bin ich doch der gegenwärtig Älteste und Pater Familias) … also keine Profanitäten, keine Fäkal- oder Gossensprache *und* der Anspruch, dass die Sprache, die gerade gesprochen wird, auch ›richtig‹ gesprochen wird.
Ich führe seit langer Zeit altersbedingt kein eigenes Kraftfahrzeug mehr, nutze viel öffentiche Verkehrsmittel, und schließe gern auf meinem Sitzplatz die Augen, lausche … erfreue mich an den Sprachen, die ich verstehe, und rätsele woher einzelne Dialekte und Mundarten wohl stammen mögen.
Schwer tue ich mir mit Menschen, alt wie jung, die über einen geringen Wortschatz verfügen, nur Profanwörter benutzen oder ständig Anglizismen nutzen müssen, weil sie das Äquivalent in ihrer Muttersprache nicht kennen. Oder sie sprechen eine Fremsprache mit ständig eingesprenkelten deutschen Wörtern. Ich nenne das ‹Denglisch› oder ›Germanistanisch‹.
Du sprichst mir aus der Seele.
»Selbst wenn ich durch ein finsteres Tal gehen muss, wo Todesschatten mich umgeben, fürchte ich mich vor keinem Unglück, denn Du, Herr, bist bei mir! Dein Stock und Dein Hirtenstab geben mir Trost.« - Psalme 23:4 NGU
Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Burgen am 18.08.2026 14:20
Hallöchen,
unsere Sprache geht es ja sowieso schon seit langen Jahren an den Kragen.
Meine eine Autfahrerin sagt immer, unsere alten Dichter und Bücherschreiber würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, erleben müssten, wie zerstückelt und verleugnet die Sprache inzwischen geworden ist.
Nicht nur die Aussprache, sondern schon die Schriftsprache.
Selbst im Bus oder auch im Café, Eisdiele usw. überall sind fast nur fremde Sprachen zu hören.
Und wir selbst, wer kann denn noch das ehrwürdige Lutherdeutsch seiner Zeit flüssig hören, schreiben und bildlich verstehen?
Viele normale Kinderbücher vergangener Jahrzehnte, glaube auch Karl Mayist davon betroffen, werden von Schreibtischtätern unter die Lupe genommen und geändert.
Wurde mir mal bewusst, als Günther Gras protestierte gegen die eine Rechtschreibreform unserer deutschen Schrifsprache, in der die Kommata , meine, abgeschafft wurden meistenteils. Und somit die Betonung der Aussprache nicht mehr richtig gegeben ist.
Das sehen und hören wir zB heutzutage in den Videoübersetzungen vieler YouTube Beiträge. Manchmal ist das nervlich fast nicht auszuhalten. Komischerweise sind die Frauenübersetzungen in ihrer Aussprache viel besser als die der Männer.
Dafür sind die menschlichen Männergehirne wohl oftmals besser bezüglich Zahlen. Vielleicht wurden in der Bibel von Gott eben deshalb die Männer aufgefordert für Bau der Tempel, Bundeslade und Gottes Thron sehr genau zu sein.
:)
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Katechon am 18.08.2026 11:35Ich sehe in den Menschen Deines Glaubens Verwandte aus meiner eigenen Famile. Wie den Nachkommen eines Urgroßonkels in der alten Heimat, die mein Familienzweig irgenwann verlassen hat um eine andere Richtung einzuschlagen. Die gemeinsame Wurzel der Familie habe ich weder die Absicht zu beleidigen noch zu erniedrigen. Ich bemühe mich nicht zu heucheln und zu sündigen, aber ich bin unvollkommen und fehlerbeladen.
»Selbst wenn ich durch ein finsteres Tal gehen muss, wo Todesschatten mich umgeben, fürchte ich mich vor keinem Unglück, denn Du, Herr, bist bei mir! Dein Stock und Dein Hirtenstab geben mir Trost.« - Psalme 23:4 NGU
Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von pausenclown am 18.08.2026 11:04Hallo Katechon.
Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Katechon am 18.08.2026 10:44Es geht darum wie der Begriff heute verstanden wird, ob er tatsächlich heute von der (neudeutsch) ›wokeness‹ geächtet und ›gecancelt‹ wird. Kann man ihn heute noch verwenden ohne als Antisemit ›geframed‹ zu werde?
Seht ihr, ich alter Knochen spreche, wenn es sein muss, auch die Sprache meiner Enkel. Ob die auch irgendwann vor dem Problem stehen werden, dass sie ob ihrer als harmlos empfundenen gewohnten Wortwahl gemaßregelt werden?
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Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von pausenclown am 18.08.2026 10:19Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Katechon am 18.08.2026 10:01In den Wiener Kaffeehäusern ist der ›Pharisäer‹ ein Kaffeegetränk, in dem gezuckerter Rum mit schwarzem Kaffee aufgegossen und mit einer Haube aus ›Schlagobers‹ (Sahne) serviert wird. Auch hier schlägt durch, dass derjenige, der sich dieses Kaffeegetränk bestellt, nach außen den Eindruck des biederen nüchternen Kaffeetrinkers geben wolle … sich tatsächlich aber den gesellschaftlich verpönten Alkohol zuführe. Also wieder die Metapher von ›Wasser und Wein‹.
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Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Cleopatra am 18.08.2026 09:40Guten Morgen,
ich habe den "Pharisäer" außerhalb von christlichen Kreisen einmal im Reiterurlaub kennengelernt, dort war der "Pharisäer" ein Getränk, ich glaube entweder etwas mit Kaffee oder ein Mixgetränk aus Cola und Bier. So sicher bin ich mir nicht mehr.
Ansonsten kenne ich diese Beschreibung nur in biblischen Gesprächen, wenn über biblische Inhalte gesprochen wird.
Was ich ganz schlimm finde ist, wenn dieses "Oh Gott" oder so gesagt wird, wenn man erstaunt ist oder so.
Das empfinde ich als geschmacklos, weil man den Namen Gottes nicht missbrauchen soll.
Auch "Gott sei Dank" wird eher selten gesagt, ich habe mir einen Autoaufkleber besorgt, um dem aufzugreifen.
Dort steht "Gott sei Dank- wem denn sonst?"
Eine ehemalige Cheffin hat auch einen Spruch oft gesagt, in dem der heilige Geist vorlkommt, diesen wiederhole ich hier nicht.
Das fand und finde ich auch sehr schlimm.
Diese Begriffe aus der Bibel fallen mir gerade ein, die in meinem Umfeld genannt werden.
Liebe Grüße, Cleo
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Katechon am 18.08.2026 09:40
Die Bibel (v. a. die Evangelien) stellt Pharisäer meist als besonders gesetzes- und traditionsbewusste Fromme dar. Häufiger Kritikpunkt ist, dass sie Religion zu stark ›äußerlich‹ sehen: Jesus wirft ihnen ›Heuchelei‹ und ›Selbstgerechtigkeit‹ vor, wenn die Herzenshaltung (Gott lieben, Barmherzigkeit üben) hinter Regeln und Traditionen zurücktritt.
Aber ist die Verwendung des alten (bildungsprachlichen) Begriffs damit antisemitisch? Wenn ich jemanden, der öffentlich (sprichwörtlich) ›Wasser predigt aber Wein säuft‹ einen ›Pharisäer‹ schimpfe … dann kann / könnte ich diesen Menschen auch einen ›scheinheiligen Heuchler‹ schimpfen, was viel beleidigender und untergriffiger klingt.
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Re: Begriffe aus der Bibel im tägl. Sprachgebrauch
von Burgen am 18.08.2026 09:19
interessant.
Vielleicht sollten wir mal danach lesen, was die Bibel dazu sagt?
Wie wird das Wort dort verstanden und gebraucht.
Im Evangelium wird von Pharisäer und Schriftgelehrte gesprochen und unterschieden.
Und auch wird zB der Pharisäer dem einfachen Soldaten bzw. Zöllner unterschieden / gegenübergestellt
usw.
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
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