Rettungsschiff MS Jesus.

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pausenclown

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von pausenclown am 07.10.2026 08:53

Hallo Burgen.

Ich verstehe deinen Gedanken mit Herz, auch als Quelle.
Es gibt Gründe, weshalb Zunge als Zunge verstanden wird.

Zum einem Sprachlich: Wer ein Metzora (ein Aussätziger) ist, ist im Sinne des Wortes ein Herausbringer eines schlechten Namens.
Zum anderen Biblische: Denk mal an die Schlange im Paradies und wie sie über Gott gesprochen hat.
4. Mose 12.
Mirjam und ihr Bruder Aaron sprachen abfällig über Moses Frau. Unmittelbar nach diesem Gespräch schritt Gott ein: Die Wolke der göttlichen Gegenwart zog ab, „und siehe, Miriam war aussätzig wie Schnee“.
 5. Mose 24,8-9 warnt die Tora das Volk Israel Jahrzehnte später ausdrücklich bei der Handhabung von Aussatzplagen: „Gedenke dessen, was der Ewige, dein Gott, an Miriam tat auf dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt.“
 
Für die Rabbiner war das der unumstößliche Beweis: Aussatz folgt auf schlechtes Reden.
3.Mose 13.45
Wer nun aussätzig ist, soll zerrissene Kleider tragen und das Haar lose und den Bart verhüllt und soll rufen: Unrein, unrein! 
Ein Siegel oder ein Maulkorb.
Wer aufmerksam ist, findet heraus, Frauen tragen keine Bärte, auch nicht im antiken Israel.

Als ich das geschrieben habe, habe ich überhaupt nicht an Lepra gedacht.
Wie soft an folgende Sätze wie: die Juden damals usw. oder wie im Film Ben Hur die Situation dargestellt wird, ist es extrem falsch.

Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.10.2026 08:54.

Burgen

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von Burgen am 07.10.2026 08:02


Hallo Pausenclown, 

danke für deine beiden Post von eben. Sehr wichtig, sehr interessant. 

Habe gehört oder gelesen, dass, glaube, in Rumänien Lepra aufgetreten sei. 
Die Meldung war nur ganz kurz in einem Satz verbreitet - und ist schon hängengeblieben in der Seele. 

Könnte man vielleicht bei deinen Worten zur "Zunge" heute das "Herz", welches oft in der Bibel genannt wird, gemeint sein? Da frage mich gerade, war erst das Herz oder erst die Zunge da? Ei oder Küken, so ähnlich. 

Wobei Herz sehr oft Herzinfarkt oder Zusammenziehen des Herzens zur Folge hat, sowie Stress am Herzen und in Gedanken und Worten - Zunge sich niederschlagen kann und anderes - wie zB die Haut, Ohren, Augen, Magen .... 

Gruß 
Burgen 



Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! 
2.Kor 5,17 (Schl 1995) 

In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)  


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pausenclown

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von pausenclown am 07.10.2026 07:05

Hallo und Ahoi von der MS Jesus.

Bestimmt kennen einige den alten Film Ben Hur.
In diesem Film gibt es das Tal der Aussätzigen. Die Aussätzigen leben in Höhlen vor den Toren Jerusalems.
Bekannt oder?
Bis heute prägt der Film die Ansicht über die damaligen Aussätzigen und die jüdische Bevölkerung und Tradition.
Es spiegelt sich in Predigten wieder.

Und im Gegensatz dazu ein kleiner Blick durch die jüdische Brille.
Wie ausgegrenzt lebten Aussätzige in Israel tatsächlich?
Ein Text der Mischna aus dem Traktat Negaim 13,12, der das jüdische Recht bezüglich des Zugangs von Menschen mit Tzaraat („Aussätzigen“) zu gemeinschaftlichen Räumen regelt.

Negaim 13,12
Wenn er [der von Tzaraat Betroffene] eine Synagoge betritt, macht man für ihn eine Trennwand, die zehn Handbreit [ca. 80–100 cm] hoch und vier Ellen [ca. 2 Meter] breit ist. Er soll als Erster eintreten und als Letzter herausgehen. Und jedes Gefäß, das sich innerhalb dieser Trennwand befindet, wird unrein.

Ein weiterer Gegensatz ist die Ursache von Aussatz. In der jüdischen Tradition ist nicht ein Bakterium oder Virus die Ursache, sondern Lashon Hara, die böse oder schlechte Zunge.

Shalom Pausenclown.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.10.2026 07:06.

pausenclown

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von pausenclown am 02.07.2026 09:00

Hallo Burgen.

Also, meine persönliche Überzeugung ist, um Jesus zu verstehen reicht eine deutsche Übersetzung erstmal aus.
Bestimmt kennt jeder das: Öhm, über was reden die im Augenblick?

Johannes 4, 11 ff
Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn das lebendige Wasser? 12 Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank daraus und seine Söhne und sein Vieh? 

Um etwas mehr Verständnis zu bekommen schlägt Guido 4 Punkte vor:
Der Blick in unser Herz: Was ist mein Vorverständnis?
Der Blick in die jüdischen Quellen: Was sagen die Texte von damals?
Der Blick zurück in den Text: Was steht wirklich da und was lese ich hinein?
Der Blick in unser Leben: Was sollen wir aus diesem Text lernen?

Zum Punkt zwei, was jüdische Quellen sagen, oder unsere Tradition.
Ich habe in meiner Unterweisung folgendes dazu gelernt.
 Nach der jüdischen Tradition stieg das Wasser bei Jakob am Brunnen von alleine an. (In Bereschit Rabba steht diese Begebenheit exakt in Kapitel 70, Abschnitt 11-12). 
Gut möglich, dass sowohl Jesus als auch die Frau diese mündliche Überlieferung schon kannten, Jakob musste das Wasser nicht schöpfen, sondern es stieg an.

Vielleicht kann man den Textabschnitt auch so lesen:
Wenn die samaritanische Frau Jesus fragt: 
Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat?
Schwingt in Worten im Kontext genau diese Tradition mit.
Vielleicht könnte man es so formulieren:
Für unseren Vater Jakob stieg das Wasser damals von alleine hoch. Wer bist du, dass du behauptest, mir lebendiges Wasser zu geben, ohne ein Schöpfgefäß zu haben?

Jetzt widerspreche ich mir selbst, einerseits reicht die deutsche Übersetzung und andererseits kann es kompliziert werden.
Viele Prediger legen den Fokus auf, ein Rabbi würde nie mit einer Frau sprechen. Juden und Samaritaner sind Feinde usw, was kommt dann als Evangelium raus?
Am Ende wird vergessen, dass die Frau am Brunnen erkennt, das ist der Messias, das ist unser Messias, an der wir glauben und hoffen. Ja, er ist größer wie unser Vater Jakob.

Shalom.

PS Wem ist das jemals aufgefallen, die samaritanische Frau benutzt das Wort unser und nicht euer bezüglich Jakob.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.07.2026 09:02.

nusskeks

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von nusskeks am 02.07.2026 08:19

Ich kann diese Video-Reihe nur empfehlen. Habe sie mir bereits angeschaut.

Hoditai, Mensch des Weges 
One of Israel

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Burgen

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von Burgen am 02.07.2026 08:12


Danke, Pausenclown.  

Habe letztens auch gedacht, wie einseitig Christen oder einfach 'Bibelbetrachter', die Worte der Schrift sehen.  

Dabei sind letztlich selbst innerhalb einer Bibel und die vielfachen Übersetzungen und Übertragungen oftmals sinnunterschiedlich durch die Arbeit der verschiedenen Menschen.  

Und selbst der gute alte Luther war ja ein zwiegespaltener Mann, mit Folgen ... 


Gruß. 
Burgen 




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pausenclown

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von pausenclown am 02.07.2026 07:42

Ahoi von der MS Jesus.

 

Guido Baltes, einer meiner Helden, hat letzten Monat nur wenige Kilometer von mir einen Studientag gehalten.
Leider war ich krankheitsbedingt verhindert.

Das Thema: Jesus groß zu machen, ohne Israel klein zu machen.


Ich bin ein absoluter Fan, wie Guido es immer wieder schafft, Bilder und Metaphern zu kreieren. Im ersten Beispiel geht Guido auf die blutflüssige Frau ein und wie in vielen Predigten, wird das Judentum dunkel gezeichnet , damit Jesus heller erscheint.


Eine Meisterleistung und danke Guido Baltes

Guido geht auf drei Begebenheiten aus der Bibel ein:
Die blutflüssige Frau.
Die Frau am Jakobsbrunnen.
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Leider gibt es in vielen Predigten falsche Annahmen über die damaligen Juden. Zb ein Rabbi hätte nie mit einer Frau gesprochen und schon gar nicht mit einer Samariterin und am Ende der Predigt ist die Feststellung: Jesus ist anders....

Diese Vortragsreihe lohnt sich für Menschen, die einen kleinen Einblick in die damalige Welt Jesu bekommen möchten.

https://youtu.be/eiiOPJkZbt0?is=cJDG_H2iNFNUxADA

Oder auf Spotify unter Glauben Denken.

Shalom vom Sonnendeck der MS jesus

Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.07.2026 07:43.

Argo

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von Argo am 15.01.2026 15:01

Hallo!

   Das Alte Testament ist bekanntlich die Vorbereitung der Menschen auf das Neue Testament. So wie das Neue Testament (d. h. Gottes Verheißung des Himmelreichs an die Menschen) mit dem Blut Jesu Christi besiegelt wurde, so wurde das Alte Testament mit dem Blut von Tieren besiegelt, die die Juden im alten Israel im Rahmen der Anbetung des wahren Gottes opferten.
   Tieropfer waren in allen Religionen ein gängiger Brauch. Doch heidnische Religionen opferten diese Tiere den „Göttern" (und oft auch Menschen!), während im Alten Testament die Tieropfer zur Vergebung der Sünden dargebracht wurden. Etwas für uns heute unvorstellbares.
   Was hat das vergießen des Blutes eines Tieres mit der Vergebung der Sünden der Menschen zu tun? Das Blut zusammen mit anderen Teilen des Körpers eines Lebewesens ermöglicht dem Lebewesen zum leben. Warum sollten wir es unnötig töten? Ist etwas was lebt, bewegt, arbeitet... Sünden sind im Gegenteil die Folgen von geistigen Verfehlungen unsere Seele. Also ohne Körper nur mit Geist. Dafür sollten wir nicht Tiere opfern sondern uns selbst opfern, denn wir sind die Sünder und nicht die Tiere.
   Wir opfern uns im Sinne eines gerechteren Lebens. Wir bringen Opfer nicht Gott gegenüber – er hat es nicht nötig, weil er der Stärkste und einzige ist der die Macht über uns hat – sondern uns gegenüber indem wir auf vieles verzichten, die uns schlechte Menschen machen und somit ein gutes Leben auf der Erde ermöglichen. Eine Liste davon steht im AT und NT niedergeschrieben. Jesus und der Heilige Geist führen sie uns und vergeben sie uns unsere Sünden.
   Wie der Apostel Paulus erklärt, tilgt das Blut von Tieren nicht die Sünden und vollendet den Menschen nicht. Allein das heilige Blut Jesu Christi bewirkt dies (Hebräerbrief, Kapitel 9 und 10), das heißt seine Lehre und seine Bereitschaft uns zu vergeben.

   Blut hat im Judentum eine tiefgehende symbolische Bedeutung als Sitz des Lebens und der Seele (Nefesch), weshalb sein Verzehr strengstens verboten ist, da es als eine Form des Verschlingens des Lebens selbst angesehen wird; daher wird bei der koscheren Schlachtung (Schächten) das vollständige Ausbluten des Tieres vorgeschrieben, um das Leben vom Fleisch zu trennen und Respekt vor dem Akt des Tötens zu zeigen, wobei der Verzicht auf Blut, Teil der Identität und der religiösen Praxis bleibt...
   Das töten eines Lebewesens mit oder ohne Ausbluten der nicht zum Verzehr des getöteten Lebewesens führt, bleibt ein Tötungsdelikt auch wenn es religiöse Bräuche erfüllt. Die Tiere als Nahrung für die Menschen ist in der Bibel streng geregelt.

 

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pausenclown

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von pausenclown am 14.01.2026 09:36

Hallo Burgen.

Danke für deine Rückmeldung.

Bei Themen, die mich interessieren, schreibe ich für mich persönlich ein Referat/Aufsatz darüber.
Was mich nachhaltig beschäftigt, ist der Gedanke: Als Heide, der sich nun dem Götzendienst anwendet, hin zu Jesus…
Allein dieser Fakt hat dich zum Staatsfeind gemacht.
Ich glaube das Thema Götzendienst usw hat im römischen Reich im 4 Jahrhundert aufgehört, durch die Einführung des Christentums als Staatsreligion.


Ende gut, alles gut?
Man ahnt es, dann wurden die Heiden verfolgt, bzw. Nichtchristen.


Shalom Pausenclown 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.01.2026 09:37.

Burgen

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Re: Rettungsschiff MS Jesus.

von Burgen am 14.01.2026 08:48


Danke Pausenclown. 

Deine letzten Beiträge von gestern sind mir echt eine Hilfe für das Verständnis von Verfolgung und Misshandlung usw. für heute, wenn man die Vergangenheit auch verstehen lernt. Ganz schön kompliziert, das alles. 
Dabei ist das Evangelium eigentlich ganz einfach ;) 

Ich glaube auch, dass es 'Götzendienst' irgendwie einschränkt, weil scheinbar alles zu einem Götzen werden kann. Es ist eben wichtig heutzutage, darauf zu achten, was im eigenen Herzen an Prioritäten erscheint und bevorzugt wird. 

Und die Versaussage: Alles dient zum Besten ..., bekommt eine neue Aussicht. 

Gestern war ein kleiner Ausschnitt bei Idea zu hören. Ein Pastor sprach darüber, dass die Christen viel mehr so werden sollten/müssen, wie die Apostel damals sich mit den Menschen bezüglich der guten Botschaft waren. Also aus ihrer 'Komforzone' des Kämmerleins heraustreten müssten ... 
Er hat das anders, besser ausgedrückt, natürlich. ;) 


Burgen 


 


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